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Die Generation im besten Bau-Alter
Dietmar König ist Sprecher des Vorstands der BHW Bausparkasse
Bild Nr. 6619, Quelle: BHW Bausparkasse
Herr König, die Zahlen rund ums Bauen und Modernisieren fallen auf den ersten Blick ernüchternd aus. Sehen Sie überhaupt positive Entwicklungen?
Durchaus, so düster sind die Aussichten gar nicht. Aber wir brauchen jetzt wirksame Maßnahmen gegen das Stimmungstief. Denn die Rahmenbedingungen sind zu Beginn des Jahres 2025 viel besser, als häufig gedacht. Wir haben einen Käufermarkt, das heißt, das Angebot an Immobilien ist gut. Und zu guter Letzt sind die Fördertöpfe gefüllt. Vor allem für die energetische Sanierung fließen ansehnliche Förderungen von Bund, Bundesländern und Kommunen.
Deutschland hat gewählt. Was erwarten Baufamilien und Modernisierer jetzt?
Kurz vor der Bundestagswahl haben wir uns mit einer Umfrage die Stimmung der Menschen angeschaut. Der Fokus lag dabei auf der Generation Y, den Befragten im besten Bau-Alter. Diese heute 29- bis 44-Jährigen verlangen vor allem mehr Planungssicherheit und vernünftige Anreize. Hohe Steuern, eine überbordende Baubürokratie mit schleppenden Genehmigungsprozessen und vielen Normen machen allen das Leben schwer und wirken sich negativ auf die Bautätigkeit aus.
Warum ist die Generation Y so wichtig für das Bauen?
Weil in der Lebensphase zwischen 30 und 40 Jahren häufig die Weichen für oder gegen Wohneigentum gestellt werden. Die meisten Menschen stehen dann im Berufsleben, gründen eine Familie und haben klare Zukunftspläne – zu denen oft auch die eigenen vier Wände gehören. Deshalb müssen Investitionen für diese Generation leistbar sein. Es wäre fatal, wenn sie sich entmutigt fühlt, weil die Politik ihren Ankündigungen keine Taten folgen lässt. Dieser Generation – ökologisch weit sozialisiert – ist die Notwendigkeit, klimafreundlich und nachhaltig zu bauen, sehr bewusst. Ohne sie wäre die energetische Sanierung des Gebäudebestandes nicht zu bewältigen und ohne sie würde dringend benötigter Wohnraum nicht geschaffen.
Gibt es schon Beispiele für schlankere Regelungen oder Deregulierung beim Bauen?
Aber ja, hier ein praktisches Beispiel: Bausparverträge können seit 2021 bis zu einem Betrag von 50.000 Euro ohne Grundbucheintrag vergeben werden. Ein weiteres Beispiel: der Gesetzentwurf für den Gebäudetyp E, der hoffentlich bald in Kraft treten wird. Solche schlanken Regelungen gehören jetzt auf die Agenda der Politik. Einfachere Standards erweitern den Kreis derjenigen, die sich die eigenen vier Wände leisten können – sei es, indem sie einen Altbau erwerben und energetisch fit machen oder energieeffizient neu bauen. Und warum kann man die Grunderwerbsteuer nicht zumindest für Erstkäufer senken, wie es sich viele wünschen? Das wäre ein guter Anfang!